Faschismus bei der Sparda-Bank Baden-Württemberg eG

20140923_001 Dieser Aushang befindet sich in der Filiale einer Sparda Bank in Baden-Württemberg. Die Sparda nimmt seit dem 6. Oktober Bar-Einzahlungen von Nicht-Kunden nicht mehr an. Begründet wird dies mit den gesetzlichen Auflagen, die sich in den letzten Jahren verschärft hätten. Außerdem sollen wir glauben, dass die neue Regelung dazu beitrage, Verdächtigungen oder Beihilfe zu Straftaten von der Bank fernzuhalten. Beschwichtigt wird dann damit, dass die Bank ihre Kunden kennen wolle. Soweit das Plakat.

Es gibt sicher nicht mehr viele Umstände, in denen ein Nicht-Kunde eine Einzahlung auf ein Sparda-Konto vornehmen muss. Aber es gibt sie trotzdem: Ein Mieter, der seine Miete mangels Konto direkt einzahlen will zum Beispiel, oder weil er nur sein Menschenrecht auf Anonymität in Anspruch nehmen will. Welche Behörde, welche Bank, welches Regime hat das Recht zu wissen, wer wann wem welchen Betrag überweist bzw. einzahlt?

Wenn die Sparda solche Restriktionen einführt, stellt sich die Frage, ob sie im gleichen Zug auch jedermann ein Konto (ggf. auf Guthabenbasis) einrichtet. Es gab zwar mal das Bemühen der Politik, das Jedermannkonto verpflichtend zu machen, bisher blieb es aber bei einer etwas scheinheiligen Selbstverpflichtung der Banken, die in der Praxis so viele Ausnahmen kennt wie ein löchriger Käse.

Um das herauszufinden, ging ich in die Filiale und gab an, dass ich wegen Mietschulden, schlechter Bonität und einer bevorstehenden E.V. ein Konto auf Guthabenbasis benötige. Zunächst wurde ich von einem zum nächsten Mitarbeiter gereicht. Dann fand sich einer, der mir erklärte, dass dies nicht möglich sei und ich mein Glück am besten bei einer Sparkasse oder Volksbank versuchen solle. Ich sprach ihn auf den Aushang seiner Bank an und fragte, ob das nicht ein Widerspruch sei, also dass man zu einem Konto gezwungen wird, aber keins bekommt. Nun wurde dem jungen Mitarbeiter etwas warm, es kamen zwei weitere Mitarbeiter hinzu, die mich mit zunehmendem Nachdruck baten, die Bank zu verlassen. Das fand ich sehr unfreundlich und gab in immer noch charmantem Ton den feinen Nieten zu verstehen, was ich von Ihrem Verhalten halte. Ganz offenbar missbraucht die Sparda-Bank die politische Richtung (wobei es sich hier noch nichteinmal um BRD-Gesetze oder EU-Richtlinien handelt!) für ihre Zwecke.

Gut, dass wir nachgefragt haben. Die Lösung des Problems besteht natürlich nicht darin, dass wir alle ein Bankkonto haben und mit Plastikkarten im Portmonee herumlaufen, sondern darin dass wir möglichst Bar oder noch besser geldfrei untereinander unsere Waren und Dienstleistungen austauschen. Aber wer macht das schon? Die Tauschringe, die ich mir angesehen habe, verkommen, weil kaum jemand wirklich aktiv mitmacht.

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