Commerzbank kündigt Bankkonto aus politischen Gründen | SZ

29. Januar 2014 10:34
Konto bei der Commerzbank – Kündigungsgrund Sohn

Von Bernd Kastner

Sie dachte, es sollte ein Witz sein. Doch die Commerzbank machte Ernst: Sie kündigte einer 62-Jährigen das Konto – weil ihr Sohn Mitglied der Münchner DKP ist? Immerhin äußerte er sich als Kommunist darüber, kein Freund von Banken zu sein. Ist das der Startschuss zur politischen Kontoführung?

Seltsam sei dieser Anruf gewesen, berichtet die Frau. Aber vielleicht war es ja auch nur ein blöder Scherz, habe sie sich gedacht, damals im Dezember. Eine Mitarbeiterin der Commerzbank habe sie aufgefordert, die Vollmacht für ihr Konto zu ändern. Der Bank lägen nämlich Erkenntnisse über den Bevollmächtigten vor, weshalb man diese Vollmacht nicht aufrechterhalten könne. Pikant daran ist, dass der Bevollmächtigte der Sohn der Commerzbank-Kundin ist: Kerem Schamberger, 27. Und der ist Kommunist, Sprecher der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) in München.

Als die Bankerin am 12. Dezember am Apparat war, habe sie eine Erklärung verlangt, berichtet die Mutter. Was das denn für Informationen seien über ihren Sohn. Doch die Anruferin sei vage geblieben, habe nur gesagt, dass diese von einer internen Abteilung stammten und sie nicht darüber sprechen dürfe. Ein paar Tage später schrieb die Mutter eine E-Mail an ihre Filiale am Rosenheimer Platz und bat um Aufklärung.

Weiterlesen bei Süddeutsche Zeitung.

Kommentar: Typisch weibliches Verhalten. Hier sieht man wieder sehr schön, wie in der Gesellschaft Logik und sinnvolles Handeln immer stärker emotionalem Handeln weichen. Heute muss niemand mehr sein Verhalten begründen, sondern es wird beleidigt reagiert oder wie hier eben einfach gekündigt. Es zeigt sich ein Trend zu einem rein willkürlichen Vorgehen, nur weil der Bank irgendetwas nicht in den Kram passt. Daran wird die Gesellschaft auch zugrunde gehen, wenn sowas noch lange toleriert wird. Die Kommerz’ler hätten ihren ersten Schritt doch einfach erstmal auf die Nachfrage der Mutter ganz sachlich begründen können. Aber sie wollten wohl nicht, oder sie hatten einfach keine schlüssigen Gründe. Aber selbst dann hätten sie doch offen schreiben können, worum es ihnen geht.

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