Medial vermittelte Feindbilder und die Anschläge vom 11. September 2001

Als am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in den Nord- und den Südturm des World Trade Centers rasten, und beide Türme nach kurzer Zeit einstürzten, war die gesamte Welt geschockt. Die mediale Aufmerksamkeit war zunächst bei den eingestürzten Zwillingstürmen, nicht jedoch bei dem ebenfalls eingestürzten WTC-Gebäude 7, das weder von einem Flugzeug getroffen wurde, noch mit einer einzigen Silbe im offiziellen Untersuchungsbericht zu den Anschlägen erwähnt wurde. Die Aufmerksamkeit lag dann sehr schnell bei der Frage, wer für diese Attacke verantwortlich sei, und die Antwort wurde überraschend schnell präsentiert – Osama bin Laden und sein Terrornetzwerk Al-Kaida. Seither steht jeder Moslem unter Generalverdacht, und wer das Wort Terrorist hört, denkt in aller Regel an einen bärtigen Turban-Träger, und nicht an einen RAF- oder ETA-Terroristen.

Warum ist das so? Wer lanciert diese Feindbilder und profitiert davon? Welcher Zusammenhang besteht zu den aktuellen Kriegen des 21. Jahrhunderts? Sind diese Einsätze wirklich “Demokratie-Exporte”? Und kann man die Vereinigten Staaten von Amerika als Imperium bezeichnen? All das sind Fragen, auf die der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser in seinem Vortrag “Die Terroranschläge vom 11. September 2001 und der ‘Clash of Civilizations’ – Warum die Friedensforschung medial vermittelte Feindbilder hinterfragen muss” am 15. Dezember 2014 im voll besuchten Hörsaal der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen einging. Neben über 500 interessierten Zuhörern aller Altersklassen wurde der Vortrag auch von KenFM-Kameras verfolgt und aufgezeichnet, und nun hier, wie bereits im letzt Interview angekündigt, veröffentlicht. In Kürze wird zudem ein Interview mit Prof. Dr. Rainer Rothfuß veröffentlicht, der Ganser nach Tübingen eingeladen hatte und den Vortrag trotz massivem Gegenwind stattfinden ließ.

KenFM im Gespräch mit: Dr. Daniele Ganser (Dezember 2014)

„Regieren ist die Kunst, Probleme zu schaffen, mit deren Lösung man die Bevölkerung in Atem hält.“ Ezra Pound

Das Zentrum der Stabilität in einem Machtapparat besteht in der Fähigkeit, Feindbilder zu erzeugen. Wer nicht bereit ist, sich unterordnend der Bekämpfung des Feindes anzuschließen, wird vom System selber zum Feind erklärt. Soziale Isolation, die wirtschaftliche Zerstörung und kollektive Ächtung sind Mittel, mit denen ein Machtapparat „Abtrünnige“ gezielt bestraft.

Das geschieht bewusst in aller Öffentlichkeit, um mögliche Nachahmer abzuschrecken. Wer, auch in einem „demokratischen“ System, der Macht zu nahe kommt, indem er entlarvende Fragen stellt, wird systematisch bekämpft.

Dr. Daniele Ganser bewegt sich als Historiker, Terrorexperte, Friedens- und Konfliktforscher in einer permanenten Grauzone. Er deckt die Mechanismen und Strukturen aktueller Imperien auf, ohne Rücksicht auf Tabus. Verdeckte Kriegsführung oder die 9/11-Forschung haben ihn bekannt, aber auch bei den Eliten „berüchtigt“ gemacht. So geriet er auch als Schweizer Historiker ins Fadenkreuz des Pentagons, und verlor seinen Job an der Universität Basel.

Mit der Gründung des Swiss Institute for Peace and Energy Research SIPER weiß Ganser eine breite Allianz an Wissenschaftlern hinter sich. Er wird als Gast-Dozent auf internationalen Panels geladen, oder hält Vorträge an Universitäten. So auch am 15. Dezember, als er die Universität in Tübingen besuchte. Hier sprach er vor über 500 Personen zum Thema „Die Terroranschläge vom 11. September 2001 und der ‚Clash of Civilizations’ – Warum die Friedensforschung medial vermittelte Feindbilder hinterfragen muss“.

Im Anschluss an diesen Vortrag trafen wir Dr. Daniele Ganser, um mit ihm über das komplexe Thema Machterhalt in all seinen Facetten zu sprechen.

KenFM im Gespräch mit: Prof. Dr. Rainer Rothfuß (Uni Tübingen)

„Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur.“

Dieser Satz stammt von einem der bekanntesten politischen Kabarettisten des Landes, Volker Pispers und führt immer zu garantierten Lachern im Publikum. Dabei handelt es sich bei diesem Satz keineswegs um einen Gag, sondern um eine schlichte Bestandsaufnahme der menschlichen Psyche.

Menschen, fast alle und fast überall, haben ein Feindbild. Bei einigen wird dieses täglich sichtbar zu schau getragen und prägt das tägliche Verhalten, andere hingegen gehen davon aus, ihre hohe Bildung wäre ein Garant, um nicht selber Opfer des eigenen Feindbildes zu werden.

Dies ist ein Irrtum. Feindbilder sind oft derart tief in uns verankert und werden, kaum sind wir auf der Welt, von unserem Umfeld derart subtil vermittelt, dass sie auch für Menschen, die auf diesem Gebiet sehr sensibel sind, fast unsichtbar sind.

Feindbilder haben eine Funktion. Vor allem, wenn man Macht ausüben will. Feindbilder sorgen dafür, Massen zu lenken. Daher ist das Kreieren von Feindbildern die Voraussetzung, wenn man plant, einen Krieg zu beginnen. Vor allem, wenn man es bei der eigenen Bevölkerung mit Menschen zu tun hat, die Krieg vollständig ablehnen. Und doch ist niemand sicher davor, in Mitleidenschaft gezogen zu werden, wenn in seinem Umfeld ein frisch gezimmertes Feindbild greift.

Schon Joseph Goebbels empfahl, über den Hebel „Feindbild“ auch die Pazifisten in einem Volk mental fit für den Krieg zu machen. Alles, was man tun müsse, sei einen äußeren Feind zu erfinden, und jeden, der diesen Feind nicht bestätigen würde, als Vaterlandsverräter zu brandmarken. Diesem sozialen Druck würde jeder Pazifist früher oder später nachgeben. Ein massiv vermitteltes Feindbild hat also enorme Kraft und ist in der Lage, selbst Weltkriege der Bevölkerung schmackhaft zu machen.

Aus diesem Grund sind Feindbilder und deren Genese immer auch Forschungsgegenstand an Universitäten. Feindbilder kann man aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln untersuchen. Aus der Sicht der Psychologie natürlich, aber eben auch im Hinblick, wie Feindbilder in der Geschichte der Menschheit immer wieder variieren. Wie sie in unterschiedlichen Kulturen unterschiedlich eingesetzt werden.

Prof. Dr. Rainer Rothfuß arbeitet seit vielen Jahren an der Universität Tübingen im Forschungsbereich Geowissenschaften. In dieser Funktion organisiert er immer wieder Vortragsreihen, die sich mit Feindbildern beschäftigten.

Rothfuß untersuchte z.B. schlicht die Tatsache, dass die Intoleranz weltweit massiv zunimmt. Der „Clash of Civilizations“ in etwa kann Teil eines geopolitisch bewusst gewählten Konfrontationskurses sein, bei dem es im Kern um Bodenschätze geht. Aber auch religiös motivierte Kriege nehmen zu. Wo immer unterschiedliche Kulturräume aufeinander prallen, kommt es zu Spannungen.

Nur wie will der Mensch mit diesen Konflikten in Zukunft umgehen?
Ist die klassische Form, Krieg, noch eine Option auf einem Planeten, auf dem immer mehr Staaten über Kernwaffen verfügen?

Der Forschungsgegenstand der „Feindbildgenese“ ist hochaktuell und immens wichtig, um das Überleben der Menschheit auf diesem Planeten zu sichern.

Gerade daher erstaunte die Tatsache, dass Prof. Dr. Rainer Rothfuß im Rahmen dieser Forschung immer wieder Probleme aus dem eigenen Haus bekam.

Als er Ende 2014 im Rahmen seiner Forschung Wladimir Michailowitsch Grinin, Botschafter der Russischen Föderation, einlud, um dessen Sicht auf die Krim-Krise zu hören – sein Vortrag trug die Überschrift „Wege in eine partnerschaftliche Beziehung zwischen Ost und West: Die Perspektive Russlands“ – begann es im Lehrkörper der Uni Tübingen heftig zu brodeln.

Dieses Brodeln entwickelte sich zu einem heftigen Überkochen, als Rothfuß darauf bestand, auch den Schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser einzuladen. Sein Vortrag, den KenFM Anfang Februar veröffentlichte, trug den Titel „Die Terroranschläge vom 11. September 2001 und der „Clash of Civilizations“: Warum die Friedensforschung medial vermittelte Feindbilder hinterfragen muss“.

Die gesamte Vortragsreihe von Rotfuß war extrem erfolgreich.

http://www.tuepps.de/events/view/date/1421622000/id/116180

Dennoch wird sich der Mann endgültig von der UNI-Tübingen verabschieden. Er kann es nicht länger hinnehmen, dass an deutschen Universitäten Forschung, wenn diese gesellschaftspolitisch brisant ist, behindert wird.

Wir trafen Prof. Dr. Rainer Rothfuß am 15.12. in Tübingen, um mit ihm nach dem Vortrag von Daniele Ganser ein Interview über die Motive seiner Arbeit zu führen.

Obwohl das Gespräch nachts um zwei Uhr geführt wurde, erlebten wir einen extrem wachen Geist, der vor die Entscheidung gestellt, moralisch einzuknicken und Karriere machen oder Rückgrat bewahren und einen Knick der Karriereleiter hinzunehmen, nie auf die Idee kommen würde, die eigenen Ideale die der Geisteswissenschaften zu verraten.

Der Troika-Terrorismus der EU

Macht ohne Kontrolle – Die Troika

Um ihre Notkredite zu erhalten, mussten sich die Krisenstaaten der Eurozone den Vorgaben Beamter beugen, die keinerlei parlamentarischer Kontrolle unterliegen: der Troika. Rekrutiert aus den Institutionen IWF, EZB und Europäischer Kommission forderten sie Einsparungen in verheerendem Ausmaß. Doch die positiven Auswirkungen der Sparpolitik blieben für die meisten aus.

Nach seinem preisgekrönten Film „Staatsgeheimnis Bankenrettung“ geht der Wirtschaftsjournalist und Bestseller-Autor Harald Schumann erneut einer brisanten Frage auf den Grund: Was passiert mit Europa im Namen der Troika?

Beamte aus den drei Institutionen IWF, EZB und Europäischer Kommission – der Troika – agieren ohne parlamentarische Kontrolle. Sie zwingen Staaten zu Sparmaßnahmen, die das soziale Gefüge gefährden und tief in das Leben von Millionen Menschen eingreifen. Harald Schumann reist nach Irland, Griechenland, Portugal, Zypern, Brüssel und in die USA, und befragt Minister, Ökonomen, Anwälte, Bänker, Betroffene.

„Wer Geld hat, lebt, wer kein Geld hat, stirbt“, sagt der Arzt Georgios Vichas. Er leitet eine Freiwilligen-Klinik in Athen, während staatliche Krankenhäuser leer stehen müssen. Eine Begrenzung der Ausgaben im Gesundheitswesen führte dazu, dass rund ein Viertel der Bevölkerung keine Krankenversicherung mehr hat und über 200 Kliniken landesweit geschlossen wurden. Genauso absurd wie die Gesundheitspolitik ist die Mindestlohnpolitik, die die Troika den verschuldeten Ländern abverlangt. Dass Sparen so nicht funktionieren kann, erklärt der Nobelpreisträger Paul Krugman.

Die Armen werden ärmer und die Reichen reicher. Ist das Europas Politik? Leidenschaftlich fordert Harald Schumann mehr Transparenz und Verantwortung für ein soziales Europa. Dafür nimmt er seine Zuschauer mit auf eine packende Recherchereise, bei der er dem Ursprung und den Auswirkungen konkreter Entscheidungen der Troika auf den Grund geht.

Die Story im Ersten – Die Spur der Troika
Macht ohne Kontrolle

09.03.15 | 43:42 Min. | Film von Arpad Bondy und Harald Schumann

Mit dem Regierungswechsel in Griechenland ist eine Institution in den Vordergrund gerückt, die in keinem EU-Vertrag jemals vorgesehen war: die Troika. Mehr als 500 Milliarden Euro haben die Eurostaaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) den Krisenländern Griechenland, Irland, Portugal und Zypern geliehen, um sie zahlungsfähig zu halten. Aber im Gegenzug übertrugen die Kreditgeber nicht gewählten Beamten aus den drei Institutionen IWF, Europäischer Zentralbank und Europäischer Kommission – der Troika – eine enorme Macht. Ohne jede öffentliche Kontrolle zwangen die Beamten den Regierungen eine Politik auf, die das soziale Gefüge zerreißt und die Demokratie außer Kraft setzt.

Nach dem mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichneten Film „Staatsgeheimnis Bankenrettung“ fragt der Wirtschaftsjournalist und Bestsellerautor Harald Schumann nun: Was passiert mit Europa im Namen der Troika? Die Dokumentation von Arpad Bondy und Harald Schumann analysiert Versäumnisse und die bisherige Sparpolitik in Europa, die zu den heutigen Ereignissen in Griechenland führten.

In allen Krisenländern forcierte die Troika eine radikale Lohnsenkung, die das Gegenteil der erklärten Ziele erzeugt: Immer mehr Menschen verlieren ihre Arbeit. Und so treibt das Spardiktat auch in den „Musterländern“ Irland und Portugal so viele verzweifelte Menschen in die Emigration, dass andauernder wirtschaftlicher Niedergang droht.

Die Gewinner der Sparpolitik

Gleichzeitig können die Privilegierten sich weiterhin der Besteuerung entziehen und – veranlasst von der Troika – das verbliebene Staatseigentum zum Billigpreis erwerben. So vertieft die Krisenpolitik die Spaltung zwischen Arm und Reich dramatisch und verwandelt das europäische Projekt von einer Hoffnung in eine Bedrohung.

Macht ohne Kontrolle: Die Troika – Jung & Naiv: Folge 226

Warum gibt es die Troika? Wer hat das entschieden? Was macht sie? Was will sie durchsetzen? Wer kontrolliert die Arbeit der Troika: Wer kontrolliert die Kontrolleure? Was haben die Maßnahmen der Troika in den Ländern angerichtet? Gibt es mehr Erfolg als Misserfolg?

Weitere naive Fragen zur Troika an Harald Schumann

– Warum wollen die Griechen den Euro behalten?
– Wäre der „isländische Weg“ der bessere gewesen?
– Fühlst du dich beruflich bedroht? Kannst du frei arbeiten?
– Hat das Schlagwort „Solidarität“ die Eurorettung inkl. Troika erst ermöglicht?
– Geht die Troika ähnlich vor wie die Treuhandanstalt in der DDR?
– Wer sind die wichtigsten Akteure der Troika?
– Wie steht Harald zu den Systempresse/Lügenpreses-Verschwörungsth­eorien?
– Kann man die Troika überhaupt abschaffen?

Der CIA-Folterbericht auf Deutsch [Handelsblatt/3sat/RT]

„Zynisch und pervers“

Wolfgang Neskovic ist Idealist. Deshalb hat er den CIA-Folterbericht auf Deutsch herausgebracht. Der Ex-Bundesrichter will, dass Folter endlich zur Vergangenheit gehört. Dafür sieht er nur einen Weg.

Sein Standpunkt ist unerbittlich: „Folter ist und kann durch nichts gerechtfertigt werden.“ Nicht durch ein Attentat wie das des 11. September, nicht durch die Gräueltaten in Paris vor zwei Wochen. Für Wolfgang Neskovic ist klar: Die USA verhalten sich rechtsstaatswidrig, wenn sie die Folter einsetzen. Damit würden sie sich über geltendes internationales Recht hinwegsetzen. Neskovic sagt dem Handelsblatt (Online-Ausgabe): „Wir bekämpfen Terror nicht mit Terror. Denn im Rechtsstaat heiligt der Zweck nicht die Mittel.“ Das gelte auch für Folter. Weiterlesen bei Handelsblatt.com

Wolfgang Neskovic: „Der CIA-Folterreport“, Westend Verlag, 18 Euro, 640 Seiten

CIA-Folterbericht
Der im Dezember 2014 erschienene CIA-Folterbericht, in dem die USA zugeben, dass der US-Geheimdienst nach den Anschlägen vom 11. September 2001 Terrorverdächtige quälte, um Informationen von ihnen zu erhalten, liegt nun auch auf Deutsch vor.

Video in der 3sat Mediathek

Gespräch mit Wolfgang Neskovic
zum CIA-Folterbericht: Der im Dezember 2014 erschienene CIA-Folterbericht, in dem die USA zugeben, dass der US-Geheimdienst nach den Anschlägen vom 11. September 2001 Terrorverdächtige quälte, um Informationen von ihnen zu erhalten, liegt nun auch auf Deutsch vor. Wir sprechen mit dem Herausgeber Wolfgang Neskovic.

Video in der 3sat Mediathek

CIA-Folterbericht heute auf Deutsch erschienen
500 Seiten des 6000 Seiten starken Folterberichts der CIA wurden heute auf Deutsch veröffentlicht, inklusive Schwärzungen und mit Details zu Art und Ausmaß der Folterungen durch den amerikanischen Geheimdienst. Mathias Bröckers, Journalist und Buchautor, war maßgeblich an dieser Veröffentlichung beteiligt und berichtet live im Studio von seinen Erkenntnissen zu Folter in der Welt und der Rolle Deutschlands.

Zu den Fakten… Die Foltermethoden der CIA

1. Schläge in den Unterleib
Zweck dieser Methode war es, Angst und Hoffnungslosigkeit bei den Häftlingen auszulösen, die Gefangenen zu erniedrigen und zu beleidigen, heißt es in einer Beschreibung in Regierungsdokumenten. Der Vernehmungsbeamte steht dabei knapp 30 Zentimeter vor dem Bauch des Inhaftierten und schlägt mit dem Handrücken zu. Die Peiniger wurden angewiesen, die Hand bei den Schlägen in den Unterleib ausgestreckt und die Finger zusammen zu halten. Die CIA nutzte diese Technik vor 2004 mit Genehmigung des US-Justizministeriums.

2. Aufmerksamkeit erzwingen
Der Befrager greift den Gefangenen dabei mit beiden Händen am Kragen und zieht ihn zu sich heran, wie der frühere CIA-Mitarbeiter John Rizzo berichtet. Diese Technik wurde Rizzo zufolge etwa bei dem Al-Kaida-Mitglied Abu Subajdah angewendet.

3. Einsperren in engen Boxen
Der Vernehmer sperrt den Häftling für bis zu 18 Stunden in eine Box, in der ein ausgewachsener Mensch in der Regel stehen kann – oder aber er wählt eine Box, die gerade einmal groß genug ist, um eingerollt darin auszuharren. Hierin verbrachten Häftlinge bis zu zwei Stunden, wie Rizzo in seinem Buch „Company Man“ schreibt. Der zugewiesene Beamte hatte demnach darüber hinaus die Möglichkeit, ein „harmloses“ Insekt in die kleinere der Boxen zu stecken. Dies sei zum Beispiel bei Subajdah gemacht worden, weil dieser Käfer gehasst habe, sagte Rizzo.

4. Nahrungsmittelmanipulation
Diese Maßnahme beinhaltete, von fester Nahrung auf flüssige umzusteigen. Subajdah wurde im August 2002 nach Angaben des Senatsberichts in eine Diät mit Flüssignahrung versetzt, die aus einem Nahrungsergänzungsmittel und Wasser bestand.

5. Haltegriff ums Gesicht
Der Vernehmungsbeamte hält den Kopf des Gefangenen so, dass er nicht bewegt werden kann. Er legt jeweils eine Hand auf beide Seiten des Gesichts und hält die Fingerspitzen laut Rizzo in Sichtweise weg von den Augen des Häftlings.

6. Der Schlag ins Gesicht
Mit gespreizten Fingern wird dem Häftling mitten ins Gesicht zwischen Kinn und Ohrläppchen geschlagen, wie Rizzo in seinem Buch beschreibt. Auch hiermit sollte das Opfer gedemütigt werden. Damit sollte der Gefangene „von der irrtümlichen Vorstellung befreit werden, dass er nicht körperlich verletzt würde“.

7. Nacktheit
Diese Technik wurde kombiniert mit anderen Methoden genutzt. Der Häftling wurde gezwungen, lange Zeit nackt zu stehen.

8. Druckbelastung
Zweck dieser Technik ist es laut einem Regierungsdokument, dem Häftling mit Hilfe von ausgedehntem Muskelgebrauch Unbehagen zuzufügen. Eine Position war, mit nach vorn ausgestreckten Beinen zu sitzen, während die Hände über dem Kopf gehalten wurden. Eine andere war laut Rizzo, auf dem Boden zu knien und sich dabei in einem 45-Grad-Winkel zurückzulehnen.

9. Tagelanger Schlafentzug
Häftlinge wurden bis zu 180 Stunden lang wach gehalten, meistens, indem sie eine aufrechte oder unangenehme Stellung einnehmen mussten. Manchmal wurden dabei gar die Hände der Gefangenen über dem Kopf festgebunden. Wegen dieser Technik hatten mindestens fünf Opfer „verstörende Halluzinationen“, wie es in dem Bericht heißt – in zwei Fällen setzte die CIA die Praxis dennoch fort. Ein Inhaftierter, Arsala Khan, halluzinierte im Oktober 2003 nach 56 Stunden Schlafentzug im Stehen. Anschließend kam der Auslandsgeheimdienst zu dem Schluss, dass der Mann offenbar nicht in geplante Aktivitäten gegen die USA verwickelt ist. Statt ihn wie anschließend von der CIA geplant freizulassen, wurde Khan in militärische Einrichtungen gebracht, wo er für vier weitere Jahre inhaftiert war.

10. (Gelöscht)

11. Walling
Dies war eine der brutalsten Methoden. Die Vernehmungsbeamten schleudern den Häftling dabei gegen eine Wand. Laut Senatsbericht war dies eine der unzähligen Techniken, die bei Subajdah angewendet wurden. Auch der Al-Kaida-Anführer Chalid Scheich Mohammed war am 22. März 2003 „intensiven“ Befragungen und Walling ausgesetzt. Als das nichts brachte, nutzten die Vernehmenden eine noch härtere Methode, das Waterboarding.

12. Waterboarding
Nach einer Stunde des Waterboardings war der besagte Al-Kaida-Mann „bereit zu reden“, wie es bei der CIA hieß. Bei dieser wohl berüchtigsten CIA-Technik wurde der Häftling an einem Tisch oder einer Bank festgeschnallt. Anschließend wurde Wasser über das Gesicht des Gepeinigten gegossen, was ihm das Gefühl gab, zu ertrinken. Laut dem Senatsbericht sorgte diese Methode für Erbrechen, unmittelbare Aufnahme der Flüssigkeit und unfreiwillige Krampfzustände in Bein, Brust oder Arm. Abu Subajdah wurde demnach „vollkommen unempfänglich, mit Blasen, die aus seinem offenen, vollen Mund hochkamen“. Er sei anschließend „hysterisch“ und unfähig zum Kommunizieren gewesen. Chalid Scheich Mohammed wurde zwischen dem Nachmittag des 12. März 2003 und dem darauffolgenden Morgen insgesamt 65 Mal der Prozedur des Waterboardings ausgesetzt.

13. Eisbäder
Nackte Häftlinge wurden dem Senatsbericht zufolge auf einer Plane festgehalten. Die Plane wurde daraufhin an seinen Enden hochgezogen, so dass sich eine Art Badewanne bildete. Eiskaltes Wasser wurde anschließend über den Gefangenen gekippt. Manchmal wurden die Opfer dabei zudem stundenlangem Schlafentzug ausgesetzt.

Die Schlussfolgerungen des CIA-Folterberichts

Wirksames Mittel?
Der Einsatz erweiterter Verhörmethoden durch die CIA war kein wirksames Mittel, um Geheimdiensterkenntnisse zu beschaffen und die Häftlinge zur Zusammenarbeit zu bewegen.

Aufsicht
Die CIA hat eine Aufsicht des Programms durch den Kongress aktiv vermieden und verhindert.

Behinderungen anderer Behörden
Die Ausführung und die Verwaltung des Programms durch die CIA haben die Missionen anderer Regierungsbehörden im Bereich der nationalen Sicherheit komplizierter gemacht und in einigen Fällen verhindert.

Brutalität
Die Verhöre der CIA-Gefangenen waren brutal und viel schlimmer als es die CIA gegenüber Politikern und anderen dargestellt hat.

Das Weiße Haus
Die CIA hat eine wirksame Aufsicht und Entscheidungsfindung des Weißen Hauses verhindert.

Falsche Informationen
Die CIA hat dem Justizministerium wiederholt falsche Informationen übermittelt und damit eine angemessene juristische Analyse des Haft- und Verhörprogramms verhindert.

Generalinspekteur
Die CIA hat die Aufsicht durch das Büro des Generalinspekteurs der CIA verhindert.

Haftbedingungen
Die Haftbedingungen der CIA-Gefangenen waren härter als es die CIA gegenüber Politikern und anderen dargestellt hat.

Rechtfertigungen
Die Rechtfertigung der erweiterten Verhörmethoden durch die CIA beruhte auf falschen Behauptungen über deren Wirksamkeit.

Medien
Die CIA hat die Weitergabe vertraulicher Informationen an die Medien koordiniert, darunter falsche Information über die Wirksamkeit der erweiterten Verhörmethoden.

Die Schlussfolgerungen des CIA-Folterberichts (Teil 2)

Unvorbereitet

Die CIA war noch unvorbereitet, als sie mehr als sechs Monate nach der Genehmigung mit ihrem Haft- und Verhörprogramm begann.
Fehlerhaft

Die Ausführung und Verwaltung des Haft- und Verhörprogramms der CIA war während der gesamten Dauer zutiefst fehlerhaft, vor allem aber in den Jahren 2002 und 2003.
Psychologen

Zwei externe Psychologen haben die erweiterten Verhörtechniken für die CIA entwickelt und eine zentrale Rolle bei der Ausführung, Bewertung und Verwaltung des Programms gespielt. Bis zum Jahr 2005 lagerte die CIA mit dem Programm verbundene Tätigkeiten dann weitgehend an Dienstleister aus.
Nicht genehmigt

CIA-Gefangene wurden harschen Verhörmethoden unterzogen, die weder vom Justizministerium erlaubt noch vom CIA-Hauptquartier genehmigt wurden.
Keine Statistiken

Die CIA führte keine umfassenden und genauen Statistiken über die von ihr inhaftierten Individuen und hielt Individuen ohne rechtliche Grundlage gefangen. Die Angaben der CIA über die Zahl der Gefangenen und jener, die erweiterten Verhörmethoden unterzogen wurden, waren falsch.
Wirksamkeit

Die CIA hat dabei versagt, die Wirksamkeit ihrer erweiterten Verhörmethoden angemessen zu beurteilen.
Keine Korrekturen

Die CIA hat Angestellte für ernste und bedeutende Verstöße, unangemessene Tätigkeiten und systematisches sowie individuelles Managementversagen nur selten gemaßregelt oder zur Verantwortung gezogen.
Interne Kritiker

Die CIA hat zahlreiche interne Kritiker ins Abseits gedrängt und Einwände bezüglich der Ausführung und Verwaltung des Haft- und Verhörprogramms ignoriert.
Ende

Das Haft- und Verhörprogramm der CIA war an sich untragbar und wegen Enthüllungen in der Presse, einer verringerten Zusammenarbeit anderer Länder sowie rechtlichen Bedenken im Jahr 2006 praktisch beendet.

Imageschaden
Das Haft- und Verhörprogramm der CIA hat den Stand der Vereinigten Staaten in der Welt beschädigt und zu erheblichen monetären und nicht-monetären Kosten geführt.

America’s Surveillance State – Docu-series exposes NSA’s long reach [RT/PressTV]

A six-part documentary showing how US intelligence agencies have penetrated all spheres of public – and private – life with their unchecked activities, enabled by huge budgets and unmatched technology, airs on RT.

“This surveillance state is widely seen as a threat to privacy and freedom inside the United States, and between the United States of America and other states that oppose the use of cyberwar techniques to monitor and undermine their own sovereignty,” producer and presenter Danny Schechter, who won two Emmys for his work for 20/20, told RT.

The third half-hour episode in the series – in which Schechter ventures into America’s leading newsrooms, and finds fear, corruption and dubious ethics – will air on 28 January, at 07:30, 11:30 and 15:30 GMT.

Part 1 (The Surveillance Machine)

Part 2 (Inside The NSA: How Do They Spy?)

Part 3 (Rise of The Press)

Part 4 (The Surveillance Industrial Complex)

Part 5 (Insider Threats)

Schweig, Verräter! – Whistleblower im Visier [arte.tv]

Schweig, Verräter! – Whistleblower im Visier
arte, Dienstag, 06. Januar um 1:10 Uhr (97 Min.)
Erstausstrahlung am Dienstag, 16.12. um 20:15 Uhr

Whistleblower packen aus. Nicht über die brisanten Geheimdienstinformationen, die sie öffentlich machten, sondern über ihr Schicksal als „Verräter“ und angeklagte Straftäter. Weil sie die Wahrheit sagten, stehen sie nun am Pranger. In ihrer Geschichte spiegelt sich das Bild einer panischen politischen Praxis der USA im Kampf gegen den internationalen Terror.

Edward Snowden, prominenter Whistleblower, ist bei weitem kein Einzelfall. Er ist in Gesellschaft einer Vielzahl von ehemaligen Geheimdienstfunktionären, die „Top Secret“-Informationen öffentlich machten. In den USA stehen diese Menschen am Pranger.

„Schweig Verräter – Whistleblower im Visier“ begleitet einige von ihnen. Ihre Überzeugung und ihr Mut hat sie zu Helden der Menschlichkeit gemacht – und zugleich ins soziale Abseits gestellt. Im Alltag Morddrohungen, Hetze und Schikane ausgesetzt, wird ihnen vor Gericht der Prozess gemacht. Weil sie ihrem Gewissen folgten und nicht wegsehen konnten, als Folter salonfähig wurde, weil sie glauben „America is better than that“, gelten sie heute als Straftäter.

Ein Paradox? Mit Sicherheit. Doch es passt zur politischen Praxis der Vereinigten Staaten seit dem Trauma von 9/11. Die Angst vor dem Terrorismus hat sich derart tief in das kollektive Bewusstsein eingeschrieben, dass nationale Sicherheitsbehörden wie die NSA oder CIA seitdem mit unermesslichen Vollmächten ausgestattet sind. Moralische, ethische und demokratische Grundwerte scheinen dem Kampf gegen den Terror nur im Weg zu stehen.

Sie werden politisch und juristisch ausgehebelt und in ihr Gegenteil verkehrt: In der Überzeugung, Gutes zu tun, werden einzelne Menschenleben wertlos. Und jene, die weiter bedingungslos an die Würde eines jeden Einzelnen glauben, werden kaltgestellt. Utilitarismus- gone wrong! Die Reaktionen der USA im Angesicht des globalen Terrorismus sind panisch – Gegenwehr um jeden Preis. Wer die Wahrheit kennt und ausspricht, begibt sich in große Gefahr.

Lebensläufe

James Spione, Regisseur

James Spione ist ein amerikanischer Filmemacher, Regisseur und Drehbuchautor für sowohl fiktionale als auch Dokumentarfilme. Nach einem Abschluss an der State University of New York begann er seine filmische Karriere mit einem Student Academy Award für sein Debut „Prelude“. Sein 2010 fertiggestellter Film „Incident in New Baghdad“ wurde für einen Oskar und einen Academy Award nominiert. Das Tribeca Film Festival 2011 zeichnete ihn als beste Kurzdokumentation aus. Die Geschichte basiert auf einem Luftschlag im Irak-Krieg, der 2007 in Bagdad zwei Reuters-Journalisten und etwa ein Dutzend anderer Zivilisten das Leben kostete. Spiones neuester Dokumentarfilm „Silenced“ (2014) zeigt den harten Umgang der amerikanischen Regierung mit Whistleblowern. Der Film dreht sich um die drei Protagonisten Jesselyn Radack, Thomas Drake und John Kiriakou, die als Whistleblowern ihre Karriere der Veröffentlichung geheimer Informationen opferten.

Thomas Drake, Whistleblower

Thomas Drake (*1957) ist ein ehemaliger Software-Experte der NSA, der im Rahmen des TrailBlazer Projektes zum Whistleblower wurde. Dieses System sollte die Internetüberwachung der NSA revolutionieren, es griff dabei aber entscheidend in die Privatsphäre der Bürger ein. Trotzdem entschied sich die NSA für das milliardenschwere Projekt und Drake wandte sich mit seinen Bedenken an Vorgesetzte, den Kongress und das Department of Defense. Eine Kommission des Department of Defense bestätigte seine Vorbehalte. Drake nahm den Kontakt zur Journalistin Jane Meyer auf und gab ihr nicht-geheim klassifizierte Informationen weiter, die sie in mehreren NSA-kritischen Artikeln veröffentlichte. Das FBI veranlasste daraufhin eine Hausdurchsuchung, Drake selbst wurde mehrmals verhört und 2010 der Spionage angeklagt. Im Laufe des Verfahrens wurden allerdings die essentiellen Anklagepunkte fallen gelassen. Heute setzt Drake sich weiter für die Rechte von Whistleblowern ein. Im Juli 2014 sagte er vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags aus.

US-Amerikanerin Susan Melten saß 17 Jahre unschuldig im Gefängnis

Sie saß 17 Jahre unschuldig im Gefängnis – jetzt ist Susan Mellen frei. Ein Gericht im US-Bundesstaat Kalifornien hat die heute 59-Jährige vom Mordverdacht freigesprochen. 1997 war die dreifache Mutter aufgrund einer falschen Zeugenaussage zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Richter Mark Arnold erklärte: “Nach dem was ich gelesen habe, glaube ich, dass sie unschuldig ist, und dass die Justiz versagt hat.”

Das frühere Urteil der Geschworenen fußte auf der Aussage einer Frau, die behauptete, Mellen hätte ihr den Mord an einem Obdachlosen gestanden. Nun ist die Justiz-Panne behoben. Für Susan Mellen ist dies eine unglaubliche Situation: “Ich kann es noch nicht fassen, ich bin immer noch überwältigt, ich zittere, ich hatte noch keinen Nervenzusammenbruch, ich muss immer wieder weinen, aber es hört wieder auf.”

Bei der Anfechtung des Mordurteils war die Amerikanerin von der Hilfsorganisation “Innocence matters” unterstützt worden. Sie setzt sich für die Freilassung unschuldiger Häftlinge ein. Ihre erwachsenen Kinder, Enkelkinder und andere Familienangehörige nahmen Mellen nach der Urteilsverkündung in Empfang.

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Faschismus bei der Sparda-Bank Baden-Württemberg eG

20140923_001 Dieser Aushang befindet sich in der Filiale einer Sparda Bank in Baden-Württemberg. Die Sparda nimmt seit dem 6. Oktober Bar-Einzahlungen von Nicht-Kunden nicht mehr an. Begründet wird dies mit den gesetzlichen Auflagen, die sich in den letzten Jahren verschärft hätten. Außerdem sollen wir glauben, dass die neue Regelung dazu beitrage, Verdächtigungen oder Beihilfe zu Straftaten von der Bank fernzuhalten. Beschwichtigt wird dann damit, dass die Bank ihre Kunden kennen wolle. Soweit das Plakat.

Es gibt sicher nicht mehr viele Umstände, in denen ein Nicht-Kunde eine Einzahlung auf ein Sparda-Konto vornehmen muss. Aber es gibt sie trotzdem: Ein Mieter, der seine Miete mangels Konto direkt einzahlen will zum Beispiel, oder weil er nur sein Menschenrecht auf Anonymität in Anspruch nehmen will. Welche Behörde, welche Bank, welches Regime hat das Recht zu wissen, wer wann wem welchen Betrag überweist bzw. einzahlt?

Wenn die Sparda solche Restriktionen einführt, stellt sich die Frage, ob sie im gleichen Zug auch jedermann ein Konto (ggf. auf Guthabenbasis) einrichtet. Es gab zwar mal das Bemühen der Politik, das Jedermannkonto verpflichtend zu machen, bisher blieb es aber bei einer etwas scheinheiligen Selbstverpflichtung der Banken, die in der Praxis so viele Ausnahmen kennt wie ein löchriger Käse.

Um das herauszufinden, ging ich in die Filiale und gab an, dass ich wegen Mietschulden, schlechter Bonität und einer bevorstehenden E.V. ein Konto auf Guthabenbasis benötige. Zunächst wurde ich von einem zum nächsten Mitarbeiter gereicht. Dann fand sich einer, der mir erklärte, dass dies nicht möglich sei und ich mein Glück am besten bei einer Sparkasse oder Volksbank versuchen solle. Ich sprach ihn auf den Aushang seiner Bank an und fragte, ob das nicht ein Widerspruch sei, also dass man zu einem Konto gezwungen wird, aber keins bekommt. Nun wurde dem jungen Mitarbeiter etwas warm, es kamen zwei weitere Mitarbeiter hinzu, die mich mit zunehmendem Nachdruck baten, die Bank zu verlassen. Das fand ich sehr unfreundlich und gab in immer noch charmantem Ton den feinen Nieten zu verstehen, was ich von Ihrem Verhalten halte. Ganz offenbar missbraucht die Sparda-Bank die politische Richtung (wobei es sich hier noch nichteinmal um BRD-Gesetze oder EU-Richtlinien handelt!) für ihre Zwecke.

Gut, dass wir nachgefragt haben. Die Lösung des Problems besteht natürlich nicht darin, dass wir alle ein Bankkonto haben und mit Plastikkarten im Portmonee herumlaufen, sondern darin dass wir möglichst Bar oder noch besser geldfrei untereinander unsere Waren und Dienstleistungen austauschen. Aber wer macht das schon? Die Tauschringe, die ich mir angesehen habe, verkommen, weil kaum jemand wirklich aktiv mitmacht.

BRD: 250 Millionen Euro Steuergeldveruntreuung für Tornado-Flugzeuge und Atomwaffenlagerung

12.08.2014, 17:48 Uhr
Atomwaffenlager in Deutschland: eine stille Gefahr?

Der deutsche Islamist Silvio K. hat mit Anschlägen auf ein US-Atomwaffenlager in Deutschland gedroht. Doch wieso lagern dort 25 Jahre nach Ende des Kalten Krieges überhaupt noch Atombomben? Und welche Gefahr geht von ihnen aus? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Wie viele US-Atomwaffen lagern in Deutschland?

Der Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz ist der letzte Standort von US-Nuklearwaffen in Deutschland. Laut dem Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit (BITS) lagern hier zehn bis zwanzig Atombomben vom Typ B61. Platz wäre für 44 Stück. Vor zehn Jahren gab es noch weitaus mehr: Auf dem Militärflugplatz Ramstein lagerten bis zum Jahr 2004 bis zu 130 Atomwaffen. Sie wurden jedoch aus Sicherheitsgründen abgezogen, als die Luftwaffenbasis zu einem logistischen Drehkreuz ausgebaut wurde. Es gab noch zwei weitere deutsche Lager, die mittlerweile geschlossen sind.

Weitere Standorte befinden sich heute noch in Belgien, Italien, in den Niederlanden und in der Türkei. Schätzungen gehen von 150 bis 300 Atombomben aus, die derzeit in Europa stationiert sind. Während des Höhepunkts der atomaren Aufrüstung Mitte der 1980er-Jahre sollen dagegen mehr als 7.000 US-Atomwaffen in Europa gelagert worden sein.

Warum gibt es noch immer Atomwaffenlager in Europa?

Im Jahr 2009 hatte die Bundesregierung den Abzug der Atombomben gefordert. Auch Präsident Barack Obama hatte mit seiner Rede von einer atomwaffenfreien Welt die Erwartungen geweckt, dass abgerüstet werden soll. Das Problem: Die Sache ist nicht nur eine Frage zwischen Deutschland und den USA, sondern eine Angelegenheit der Nato. Doch nicht alle Mitgliedsstaaten des Verteidigungsbündnisses wollen auf Atomwaffen verzichten. Sie setzen lieber weiter auf nukleare Abschreckung, auch weil Länder wie Nordkorea ihre Atompläne nicht zur Seite legen wollen. Also beschloss die Nato in einem im Mai 2012 verabschiedeten Dokument, an den Atomwaffen in Europa festzuhalten.

Welche Gefahr geht von den Lagern aus?

Die jüngste Anschlagsdrohung zeigt, dass die Atomwaffenlager durchaus im Visier von Terroristen stehen. Laut Informationen des BITS werden die Atombomben jedoch in geschützten unterirdischen Magazinen gelagert. Sie sind angeblich so gebaut, dass sie einem Feuer oder einem bewaffneten Angriff etwa eine halbe Stunde standhalten – das heißt, bis die Feuerwehr oder ausreichend Sicherheitskräfte eintreffen können.

Auf der anderen Seite kam eine Studie der US-Luftwaffe 2008 zu dem Ergebnis, dass die Lager in Europa nicht den Sicherheitsstandards des US-Verteidigungsministeriums entsprechen. Zwar seien die Waffen grundsätzlich sicher gelagert. Aber es gebe Mängel an Zäunen, Beleuchtung und den Gebäuden drum herum.

Werden die Lager irgendwann aufgelöst?

Mit der Nato-Entscheidung vom Mai 2012 ist der endgültige Abzug der Atomwaffen aus Europa erst einmal in weite Ferne gerückt. Stattdessen wurde beschlossen, die verbliebenen nuklearen Bomben zu modernisieren. Auch Deutschland beteiligt sich daran: Für 250 Millionen Euro werden die Tornado-Flugzeuge in Schuss gehalten, die die Bomben im Ernstfall abwerfen sollen. Im Mai 2014 bestätigte die Bundesregierung, dass die USA mit der Modernisierung ihrer hier gelagerten Atombomben begonnen haben. Ab 2020 sei mit der Stationierung der erneuerten Waffen zu rechnen.

Quelle: Anika Kreller für GMX

BRD-Justiz entlarvt sich einmal mehr – Ecclestone kauft sich frei

Was macht man eigentlich, wenn man wegen Bestechung angeklagt ist? Richtig, man besticht das Gericht und die Staatsanwaltschaft. Wenn man diese bestehen will, gibt es in der BRD natürlich auch legale Wege! Während der Normalsterbliche wegen 50 Cent Pfand-Hinterziehung beim LIDL oder Aldi seinen Job los werden kann, schützt unsere Recht()prechung die elitäre Kaste. Diese Rechtsauffassung ist nicht nur neoliberal, sondern faschistoid. Die BRD-Mafia liefert wieder einmal den Beweis, dass es ihr nie um Recht geht, sondern nur ums Geld. Von den 100 Millionen Dollar gehen 99 Millionen an den Staat, der damit natürlich wieder Waffenexporte genehmigt, Geld in völlig unnötigen Großbauprojekten versenkt oder zum Beispiel die Insolvenzverschleppung auf unsere Kosten fortsetzt. Eine Million Dollar geht an die Deutsche Kinderhospizstiftung. Ecclestones Anwalt Sven Thomas sagte natürlich, um seinem schlechten Gewissen vorauszueilen: „Das ist kein Deal. Das hat mit Freikaufen nichts zu tun.“ Natürlich, das Recht()system der BRD erlaubt solche einfachen Bestechungsgelder. Anstatt in jahrelanger Kleinarbeit die Wahrheit herauszufinden, ist es ja auch viel einfacher, 99 Millionen Dollar direkt in die Staatskasse fließen zu lassen.

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat seinen Bestechungsprozess vor dem Landgericht München hinter sich gebracht – und bleibt ein freier Mann. Gegen die Zahlung von 100 Millionen Dollar wird das Verfahren eingestellt.

Gegen die Rekordzahlung von 100 Millionen Dollar wird der Schmiergeldprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone eingestellt. «Der zur Last liegende Vorwurf wurde in wesentlichen Teilen nicht erhärtet», erklärte der Vorsitzende Richter Peter Noll am Dienstag im Landgericht München. Damit kann Ecclestone weiter Chef der Formel 1 bleiben, die er zu einem Milliardengeschäft aufgebaut hat und bis heute unangefochten beherrscht. Durch die Einstellung des Verfahrens ist der 83-Jährige offiziell unschuldig und nicht vorbestraft. Im Falle einer Verurteilung wäre er seinen Job als Geschäftsführer der Motorsport-Königsklasse los gewesen.

Der Staatsanwalt hatte der Einstellung mit Blick auf das hohe Alter Ecclestones, die lange Verfahrensdauer und andere mildernde Umstände zugestimmt. Die Geldauflage Euro kann Ecclestone wohl problemlos stemmen: Mit der Formel 1 wurde der Brite reich und galt lange als einer der vermögendsten Männer Englands. 99 Millionen Dollar der Geldauflage fließen an die Staatskasse, eine Million geht an die Deutsche Kinderhospizstiftung.

Da sich die Höhe der Geldauflage bei der Einstellung eines Strafprozesses nach der Vermögenslage richtet, erreichte sie bei Ecclestone die enorme Höhe von umgerechnet fast 75 Millionen Euro. Milliardär sei Ecclestone allerdings nicht, sagte der Richter nach Durchsicht der Unterlagen zu seinen Vermögensverhältnissen.

Ecclestones Anwalt Sven Thomas betonte, dass die Einstellung eines Strafprozesses ein ganz normaler Weg der Justiz sei und nichts mit dem Vermögen Ecclestones zu tun habe: «Das ist kein Deal. Das hat mit Freikaufen nichts zu tun.» Für Ecclestone habe die Einstellung vor allem den Vorteil, dass das Verfahren sofort beendet sei und er sich wieder ganz auf seinen Chefposten bei der Formel 1 kümmern könne. Andernfalls hätte der Prozess womöglich noch lange dauern können. «Die Hände der Justiz können überaus klebrig sein», sagte Thomas.

Der Formel-1-Chef musste sich seit Ende April wegen Bestechung eines Amtsträgers und Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall vor Gericht verantworten. Die Anklage hatte ihm vorgeworfen, dem ehemaligen BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld beim Besitzerwechsel der Rennserie gezahlt haben. Im Gegenzug kassierte er von der BayernLB eine Beraterprovision von 41 Millionen Dollar für seine Arbeit beim Formel-1-Verkauf. Als Ausgleich dafür will Ecclestone der Landesbank zusätzlich zu seiner Geldauflage eine Entschädigung von 25 Millionen Euro zahlen.

Dass Ecclestone die Millionen an Gribkowsky gezahlt hat, stand von Anfang an fest. Im Prozess ging es vor allem um die Frage, wofür die Millionen flossen und ob Ecclestone wusste, dass die BayernLB eine staatliche Bank ist und Gribkowsky somit ein Amtsträger. Mehrere Ex-Vorstände der Landesbank ließen die Richter als Zeugen aber daran zweifeln, dass der staatliche Auftrag der BayernLB für Außenstehende erkennbar war.

Auch die Gründe für die Millionenzahlung an Gribkowsky ließen sich nicht ganz aufklären: Während Gribkowsky die Zahlung als Bestechung schilderte, stellte sich Ecclestone als Opfer einer Bedrohung durch den Banker dar. Um seine Ruhe zu haben, habe er dem Banker das Geld überwiesen. Mehrere Zeugen hatten aber Zweifel an der Glaubwürdigkeit Gribkowskys genährt, der vor zwei Jahren bereits wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden war. In seinem Fall wäre eine Einstellung des Strafprozesses schon allein wegen der Höhe der hinterzogenen Steuern nicht möglich gewesen. (dpa)

Quelle: Frankfurter Rundschau

ARTABANA Erfahrungsbericht von 07/2014

Seit etwa Ende 2012 bis Juli 2014 besuche ich eine Artabana-Gruppe in Stuttgart als Gast. Kleinere Unterbrechungen waren auch dabei, z. B. als die Gruppe nur interne Treffen machte oder als ich privat oder beruflich keine Zeit hatte. Nun kündigte ich Mitte 2014 meinen Wunsch auf Aufnahme als Mitglied an. Diesem stand überraschenderweise ein Veto eines Mitglieds entgegen. Dieses Mitglied sandte mir zuvor mehrfach seinen (pseudo-) aufklärerischen E-Mail-Newsletter an meine geschäftlich genutzte Mail-Adresse. Ich teilte mindestens zwei mal mit guter Begründung mit, weshalb politische Inhalte an meine geschäftliche Mail-Adresse unerwünscht seien und wie er dies anders machen könne. Es kam keine Reaktion und keine Änderung. Dann gab es eine Mail über ein angebliches Zitat von Menschenrechtverletzer Barack Obama, für das ich nach intensiver Recherche keine Belege finden konnte. Er verbreitete also Halb- bzw. Dreiviertelwahrheiten, begründete dies aber damit, dass das Zitat (auch wenn es falsch und vermutlich frei erfunden ist) in das Gesamtkonzept hinein passen würde. Ich berichtete hier über das Zitat. Eine weitere E-Mail behandelte in jammerndem Ton die Existenz von Chemtrails. Es war nur irgendein Video und der Inhalt der Mail sagte auch nur aus, wie böse die Welt ist. Es war für mich absolut nichts Brauchbares dabei, weil ich zwischen Wahrheiten und effektiver Zusammenarbeit nunmal unterscheide. Als ich ihm erklärte, dass ich ihm inhaltlich zwar nicht widerspreche, aber seine Art der Aufklärung nicht unterstütze, kündigte er sein Veto bei meinem Mitgliedsantrag an. Bei dem darauffolgenden Gruppentreffen setzte er es auch um. Seine Begründung: Er wolle die Gruppe vor zukünftigen Diskussionen und Schäden durch mich schützen.

Nun meine Fragen:

  1. Was für ein Selbstverständnis hat eine Gruppe von sich, wenn sie einem unbegründeten Veto ohne jede inhaltlich kritische Nachfrage einfach zustimmt?
  2. Kann hier jemand zwischen Artabana-Themen und anderen politischen Themen nicht differenzieren?
  3. Ist hier jemand nur beleidigt, weil ich seine Halbwahrheiten aufgedeckt habe? Geht es also nur darum, Macht auszuspielen und damit auch zu missbrauchen?

Wie man sieht, sitzt der Drang zur Missionierung bei vielen angeblich Aufgeklärten sehr tief. Wer nicht mit allem Mist, der im Internet kursiert, in Gleichklang geht, gehört einfach nicht mehr in den Freundeskreis. Armseelige Artabana. Zurzeit habe ich keinen weiteren Bedarf und werde mir auch keine anderen Gruppen ansehen. Nach 1 1/2 Jahren fällt es einem einzelnen ein, dass er mich schädlich findet, weil ich seine Halbwahrheit enttarnt habe und seine agressive Aufklärung, die niemandem etwas nützt, nicht haben möchte. Mal wieder fühlt sich jemand durch mich auf den Schlips getreten, weil ich nicht jeden Schrott den man mir schickt blind glaube, sondern einen eigenen Kopf habe. Und da die Gruppe mit dieser Art schweigend zustimmt, also konform geht, muss man auch die Frage stellen, wie der geistige Zustand dieser Artabana-Gruppe ist. Ich will es vielleicht lieber doch nicht wissen.

Ich bin nicht sauer; ich bin sogar froh, dass sich das wahre Gesicht dieser Leute gezeigt hat. Aber verwundert und etwas enttäuscht bin ich, dass eine solche Gruppe, in der man sich sogar schonmal über tatsächlichen Steuerboykott unterhalten kann, eine Regel hat, bei der jeder bei einem Aufnahmeersuchen, völlig unbegründet ein Veto einlegen kann und sich niemand für die Gründe interessiert.

Es ist richtig: Mit diesem Beitrag wird der Artabana nun vielleicht geschadet, aber nicht durch mich, sondern diese Gruppe schadet sich selbst. Ich gebe meine Erfahrung nur weiter.